Digitale Produkte als Kleinunternehmer – geht das?

Die kurze Antwort: Ja, absolut. Die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG ist einer der einfachsten Wege, ein digitales Business in Deutschland zu starten. Du brauchst weder eine GmbH noch ein Startkapital – nur ein gutes Produkt und die richtige Infrastruktur.

In diesem Guide erfährst du alles, was du als Kleinunternehmer über den Verkauf digitaler Produkte wissen musst: von der Gewerbeanmeldung über die Umsatzgrenzen bis zur konkreten technischen Umsetzung mit Checkout-Seiten und automatischer Rechnungsstellung.

Was ist die Kleinunternehmerregelung (§19 UStG)?

Die Kleinunternehmerregelung befreit dich von der Umsatzsteuer. Das bedeutet:

Im Gegenzug kannst du auch keine Vorsteuer geltend machen. Wenn du also hohe Betriebsausgaben hast (z. B. für Software, Equipment oder Werbung), kann der Regelbesteuerer-Status günstiger sein.

Die Umsatzgrenzen 2025

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue, höhere Umsatzgrenzen:

Wichtig: Anders als bis 2024 ist die 100.000-€-Grenze keine Prognose mehr. Sobald du sie im laufenden Jahr überschreitest, bist du ab diesem Umsatz sofort steuerpflichtig – nicht erst im Folgejahr.

Überschreitest du die Vorjahresgrenze von 25.000 €, wirst du ab dem folgenden Jahr zum Regelbesteuerer und musst dann Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

Gute Nachricht: Die Anhebung auf 25.000 € bedeutet, dass viele nebenberufliche Kursersteller und Coach länger von der Vereinfachung profitieren können.

Welche digitalen Produkte kannst du verkaufen?

Die Palette ist riesig. Hier die beliebtesten Produktarten, die Kleinunternehmer erfolgreich verkaufen:

Online-Kurse

Der Klassiker unter den digitalen Produkten. Ob Yoga, Fotografie, Business-Coaching oder Programmierung – Wissen lässt sich hervorragend in Videokurse verpacken. Mit einer integrierten Kursplattform brauchst du kein separates LMS.

E-Books und digitale Downloads

Guides, Workbooks, Vorlagen, Checklisten – alles, was sich als PDF oder Download bereitstellen lässt. Niedrige Produktionskosten, hohe Marge.

Coaching und Beratung

1:1-Coaching-Pakete oder Gruppen-Coachings. Hier ist der Checkout besonders wichtig: Ein professioneller Kaufprozess signalisiert Kompetenz und schafft Vertrauen.

Templates und Tools

Canva-Templates, Notion-Vorlagen, Excel-Tools, Lightroom-Presets – fertige Lösungen, die deinen Kunden Arbeit abnehmen.

Mitgliedschaften und Communities

Zugang zu einer exklusiven Community, regelmäßige Inhalte, Live-Calls. Mitgliedschaften erzeugen wiederkehrende Einnahmen – achte aber auf die Umsatzgrenze.

Die technische Infrastruktur: Was du brauchst

Um digitale Produkte professionell zu verkaufen, brauchst du:

1. Eine Checkout-Lösung

Der Checkout ist der entscheidende Moment: Hier wird aus einem Interessenten ein Käufer. Dein Checkout muss:

2. Automatische Rechnungsstellung

Auch als Kleinunternehmer musst du Rechnungen stellen – nur eben ohne ausgewiesene MwSt. Stattdessen muss auf jeder Rechnung der Hinweis stehen:

„Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“

Diesen Hinweis bei jeder Rechnung manuell einzufügen? Fehleranfällig und zeitraubend. Eine Lösung wie Rabbit Checkout erledigt das automatisch – mit individuellem Rechnungsdesign, Logo und dem korrekten Kleinunternehmer-Vermerk.

3. Produktbereitstellung

Digitale Produkte müssen nach dem Kauf automatisch bereitgestellt werden. Bei Downloads ist das ein Link zur Datei, bei Online-Kursen der Zugang zur Kursplattform. Manuelle Freischaltung ist bei mehr als einer Handvoll Verkäufen nicht mehr praktikabel.

Was kostet es, digitale Produkte zu verkaufen?

Als Kleinunternehmer willst du die Kosten niedrig halten – verständlich. Hier ein realistischer Überblick:

KostenpunktPlattform mit % GebührRabbit Checkout
Monatliche Kosten0 €0 € (Einmalkauf)
Pro Verkauf (Produkt: 97 €)7–10 % = 6,79–9,70 €Ca. 1,71 € (nur Stripe)
10 Verkäufe/Monat67,90–97,00 €17,05 €
RechnungenOft manuell oder extra ToolAutomatisch inkl.
KursplattformSeparates Tool nötigIntegriert

Bei Plattformen wie Digistore24 oder Elopage zahlst du prozentuale Gebühren, die mit deinem Umsatz wachsen. Das kann als Kleinunternehmer besonders schmerzhaft sein, weil jeder Euro zählt. Mehr dazu in unserem detaillierten Kostenvergleich für Digistore24.

Schritt-für-Schritt: So startest du

Schritt 1: Gewerbe anmelden

Der Verkauf digitaler Produkte ist in der Regel eine gewerbliche Tätigkeit. Melde dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an (kostet 15–65 € je nach Kommune). Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung kreuzt du die Kleinunternehmerregelung an.

Schritt 2: Produkt erstellen

Erstelle dein digitales Produkt. Starte mit einem einzigen Produkt und mache es richtig – du kannst später immer erweitern. Für Online-Kurse reicht oft ein Smartphone und gutes Licht.

Schritt 3: Checkout einrichten

Richte deinen Checkout ein. Mit Rabbit Checkout dauert das unter 30 Minuten:

  1. Produkt anlegen (Name, Preis, Beschreibung)
  2. Checkout-Seite gestalten (oder in deine Website einbetten)
  3. Stripe und/oder PayPal verbinden
  4. Rechnungsvorlage mit Kleinunternehmer-Hinweis einrichten
  5. Testbestellung durchführen

Schritt 4: Vermarkten

Teile deinen Checkout-Link in Social Media, E-Mail-Newslettern, auf deiner Website oder in Podcasts. Tipp: Nutze Bump Offers, um deinen durchschnittlichen Bestellwert zu steigern – z. B. ein Workbook als Ergänzung zum Online-Kurs.

Schritt 5: Wachstum planen

Sobald dein erstes Produkt läuft, denke über Skalierung nach: Erstelle weitere Produkte, baue eine E-Mail-Liste auf und nutze das Affiliate-System, damit andere dein Produkt für dich bewerben. So wachst du, ohne dein Werbebudget zu erhöhen. Behalte aber immer die Umsatzgrenze von 25.000 € im Blick – und rechne rechtzeitig durch, ob sich der Wechsel zum Regelbesteuerer lohnt.

Typische Stolperfallen für Kleinunternehmer

Häufig gestellte Fragen

Ja. Die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG gilt auch für den Verkauf digitaler Produkte wie Online-Kurse, E-Books oder Templates. Du weist keine Umsatzsteuer aus und musst keine USt-Voranmeldung abgeben.
Seit 2025 gelten neue Grenzen: 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr als Echtzeit-Grenze. Wird die 100.000-€-Grenze unterjährig überschritten, greift die Regelbesteuerung sofort.
In den meisten Fällen ja. Der Verkauf digitaler Produkte ist eine gewerbliche Tätigkeit. Ausnahme: rein künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeiten können als Freiberufler laufen.
Rabbit Checkout eignet sich besonders gut: Einmalige Zahlung statt monatliche Gebühren, automatische Rechnungen mit Kleinunternehmer-Hinweis, und 0 % Plattformgebühr.
Ab 2025 musst du eRechnungen empfangen können. Die Pflicht zum Versand gilt für Kleinunternehmer ab 2028. Mehr dazu in unserem Artikel zur eRechnung für Selbstständige.

Fazit: Der beste Zeitpunkt ist jetzt

Noch nie war es so einfach, als Kleinunternehmer digitale Produkte zu verkaufen. Die Infrastruktur ist da, die Nachfrage wächst und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar. Was du brauchst:

  1. Ein gutes Produkt (starte mit einem!)
  2. Eine professionelle Checkout-Lösung mit automatischer Rechnungsstellung
  3. Die Bereitschaft, dein Wissen zu teilen

Mit Rabbit Checkout bekommst du Checkout, Rechnungen, Kursplattform und Affiliate-System in einem – ohne monatliche Gebühren und ohne prozentuale Abgaben auf deinen Umsatz.

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