Wer PayPal über Stripe aktiviert, zahlt nicht nur PayPals eigene Gebühr — Stripe berechnet zusätzlich 0,2 % + 0,10 € pro Transaktion. Bei 100 Verkäufen eines 199 €-Kurses summiert sich das auf 49 € extra pro Monat. Dieser Artikel schlüsselt beide Wege auf, rechnet drei Szenarien durch und zeigt, warum du für den günstigsten Weg trotzdem ein eigenes PayPal-Geschäftskonto brauchst.

PayPal über Stripe oder direkt anbinden? Die kurze Antwort

Seit Stripe PayPal als Zahlungsmethode für europäische Accounts anbietet, ist der Weg des geringsten Widerstands klar: PayPal im Dashboard aktivieren, fertig. Was dabei leicht übersehen wird: Stripe schreibt auf seiner Preisseite für lokale Zahlungsmethoden klein hin — „zzgl. PayPal-Gebühren je erfolgter Zahlung.“ Das heißt, du zahlst Stripe (0,2 % + 0,10 €) und PayPal gleichzeitig. Bindest du PayPal als eigenständige Schnittstelle an, entfällt der Stripe-Aufschlag — du zahlst nur, was PayPal selbst berechnet.

Gibt es einen Haken beim direkten Weg? Einen: Du brauchst ein eigenes PayPal-Geschäftskonto. Den Stripe-Weg musst du übrigens ebenfalls mit einem PayPal-Geschäftskonto aktivieren. Das „ein Konto weniger“-Argument gilt also nicht.

Warum überhaupt PayPal? Der Konversionsgrund

PayPal gehört für einen erheblichen Teil der deutschen Online-Käufer zur bevorzugten Zahlungsmethode. Wer keinen PayPal-Button anbietet, verliert je nach Zielgruppe 30–50 % der Impulskäufer — gerade bei Online-Kursen und Coaching-Angeboten, bei denen der Kauf oft spontan entschieden wird. Das hat die Gesamtrechnung Stripe vs. PayPal bereits gezeigt. Und genau deshalb lohnt es sich, die günstigste Anbindungsvariante zu wählen, statt einfach den Standardweg zu gehen.

Was Stripe für eine PayPal-Zahlung berechnet

Die offizielle Stripe-Preisseite für lokale Zahlungsmethoden listet PayPal mit 0,2 % + 0,10 € pro erfolgter Zahlung. Darunter steht in der Fußnote: „zzgl. PayPal-Gebühren je erfolgter Zahlung.“

Das bedeutet: Stripe ersetzt nicht die PayPal-Gebühr, sondern kommt obendrauf. Du zahlst beide:

  1. PayPals eigene Transaktionsgebühr (ca. 2,49 % + 0,35 € für inländische EWR-Zahlungen)
  2. Den Stripe-Aufschlag: 0,2 % + 0,10 €

Dazu kommt: Die Abrechnung läuft über zwei Stellen. Stripes Aufschlag erscheint auf deinem Stripe-Kontoauszug. PayPals eigene Gebühren tauchen nur im PayPal-Dashboard auf — auf einer separaten Rechnung, die nicht auf Stripes Steuerrechnung erscheint. Wer das nicht weiß, hat am Monatsende zwei verschiedene Belege für dieselbe Transaktion zu verbuchen. Und noch etwas: Stripe verlangt zur Aktivierung der PayPal-Methode, dass du ein PayPal-Geschäftskonto verbindest. Du brauchst das Konto so oder so.

Was die direkte PayPal-Anbindung kostet

Wer PayPal als eigenständige Schnittstelle anbindet, zahlt ausschließlich PayPals eigene Transaktionsgebühren — kein Aufschlag, kein Mittelsmann. Für inländische Zahlungen innerhalb des EWR berechnet PayPal derzeit ca. 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion. Außereuropäische Zahlungen sind zusätzlich mit einem Auslandsaufschlag belegt — dieser Aufschlag ist auf PayPals eigener Gebührenseite aufgeführt.

Der Aufwand: Du richtest ein PayPal-Geschäftskonto ein, trägst Client-ID und Secret in deinem Checkout-Tool ein. Bei Rabbit Checkout dauert das rund fünf Minuten, die Schritte dafür erklärt Zahlungsanbieter verbinden im Detail.

Rechenbeispiel: 100 Verkäufe à 199 €

Drei Wege im direkten Vergleich für 100 Transaktionen à 199 €:

WegGebühr pro Transaktion100 Verkäufe / MonatHochgerechnet aufs Jahr
(a) Stripe-Karte (EWR-Standardkarte)3,24 €324 €3.888 €
(b) PayPal über Stripe5,80 €580 €6.960 €
(c) PayPal direkt angebunden5,31 €531 €6.372 €

Ersparnis (b) vs. (c): 49 € pro Monat — 588 € im Jahr. Allein durch die Wahl der Anbindungsart.

Stand: August 2026. Stripe-Gebühr für PayPal: 0,2 % + 0,10 € zzgl. PayPal-Gebühren, Quelle: stripe.com/de/pricing/local-payment-methods. Stripe-Kartengebühr EWR: 1,5 % + 0,25 €, Quelle: stripe.com/de/pricing. PayPal-Standardgebühr: ca. 2,49 % + 0,35 €, Quelle: paypal.com/de/webapps/mpp/merchant-fees. Gebühren können sich ändern — vor der Entscheidung auf den verlinkten Quellseiten prüfen.

Wie sich der Stripe-Aufschlag bei anderen Preispunkten verhält

Die 0,10 € Fixgebühr wiegt bei niedrigpreisigen Produkten stärker. Überblick über drei typische Preispunkte:

ProduktpreisStripe-Aufschlag je TransaktionAnteil am Produktpreis
29 € (E-Book)0,16 €0,55 %
199 € (Online-Kurs)0,50 €0,25 %
997 € (Coaching-Paket)2,09 €0,21 %

Bei niedrigen Preispunkten ist der Unterschied pro Transaktion gering. Wer aber regelmäßig dreistellige Stückzahlen verkauft, spürt ihn im Jahresergebnis.

Was du für die Buchhaltung beachten musst

Wenn du PayPal über Stripe abrechnest, kommen deine Belege aus zwei Quellen:

Das macht die Buchführung aufwendiger als notwendig: zwei Anbieter, zwei Dokumentenströme, eine einzige Transaktion. Hinzu kommt, dass weder Stripe noch PayPal rechtskonforme Rechnungen nach deutschem Steuerrecht ausstellen — dafür brauchst du ein separates Checkout-Tool. Bei einer direkten Anbindung hast du weiterhin zwei Belege pro Transaktion (einen von Stripe, einen von PayPal), aber du zahlst nicht zwei Gebührenquellen für dieselbe Zahlung.

Zwei Konten, ein Checkout: wie das praktisch aussieht

Mit Rabbit Checkout verbindest du Stripe und PayPal als zwei eigenständige, direkte Integrationen: Stripe-Schlüssel für Kartenzahlungen, PayPal-Client-ID und Secret für PayPal-Zahlungen. Rabbit Checkout ist nie in den Geldfluss eingebunden und berechnet 0 % Plattformgebühr. Deine Kunden sehen beide Optionen im selben Checkout-Formular und wählen selbst. Für dich bedeutet das:

Ein ehrlicher Hinweis zu One-Click-Upsells mit PayPal: Damit nach dem Kauf automatisch eine zusätzliche Zahlung über das gespeicherte PayPal-Konto ausgelöst werden kann, braucht dein PayPal-Konto zwei zusätzliche Berechtigungen — „Save payment methods“ (Vault API) und Reference Transactions. Letzteres ist kein Standard, sondern eine Berechtigung, die PayPal auf Antrag erteilt. Ohne beide läuft der Upsell trotzdem — nur nicht als One-Click, der Käufer wird dann zur normalen Checkout-Seite weitergeleitet.

Wann PayPal über Stripe trotzdem sinnvoll ist

Fairerweise hat das Stripe-Routing echte Vorteile. Es lohnt sich, wenn:

Die Faustformel: Wer regelmäßig zweistellige oder höhere PayPal-Verkäufe pro Monat hat, spart mit der direkten Anbindung mehrere hundert Euro im Jahr. Wer gerade erst startet, kann den Stripe-Weg als temporären Einstieg nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Stripe berechnet 0,2 % + 0,10 € pro PayPal-Zahlung – zusätzlich zu den Gebühren, die PayPal selbst erhebt. Wer PayPal direkt anbindet, zahlt nur die PayPal-Gebühr ohne Aufschlag.
Der Aufschlag beträgt 0,2 % + 0,10 € je Transaktion. Bei einem 199-€-Produkt sind das ca. 0,50 € mehr pro Kauf als bei einer direkten PayPal-Anbindung.
Ja. Stripe verlangt für die PayPal-Aktivierung, dass du ein PayPal-Geschäftskonto hinterlegst. Das Argument 'ein Konto weniger' entfällt damit – du hast den Aufwand eines zweiten Kontos so oder so.
Ja. Mit einem Checkout-Tool wie Rabbit Checkout verbindest du Stripe und PayPal als zwei separate, direkte Verbindungen in einem einzigen Formular. Der Käufer wählt selbst, womit er zahlt.
In zwei verschiedenen Dashboards: Die Stripe-Aufschläge erscheinen im Stripe-Kontoauszug, die PayPal-eigenen Gebühren nur im PayPal-Dashboard – auf einer separaten Rechnung, die nicht auf der Stripe-Steuerrechnung auftaucht.
PayPal direkt ist günstiger. Die direkte Anbindung kostet nur PayPals eigene Gebühr (ca. 2,49 % + 0,35 €). Der Weg über Stripe addiert 0,2 % + 0,10 € pro Transaktion obendrauf.
Nur unter bestimmten Voraussetzungen: Das PayPal-Konto muss sowohl 'Save payment methods' (Vault API) als auch Reference Transactions aktiviert haben. Reference Transactions ist eine Berechtigungsstufe, die PayPal auf Antrag gewährt – kein Standard.

Fazit

PayPal über Stripe zu aktivieren ist bequem — und kostet mehr. Der Stripe-Aufschlag von 0,2 % + 0,10 € pro Transaktion summiert sich bei einem aktiv verkaufenden Online-Business schnell auf mehrere hundert Euro im Jahr. Wer ein eigenes PayPal-Geschäftskonto einrichtet (das du für den Stripe-Weg ohnehin brauchst) und es direkt anbindet, zahlt nur PayPals eigene Gebühren.

Mit Rabbit Checkout läuft beides in einem Checkout: Stripe für Kreditkarten, SEPA und Klarna, PayPal direkt für PayPal-Käufer. Ohne Plattformgebühr, einmalig bezahlt.

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