Kurz gesagt
ThriveCart ist ein Checkout-Tool aus Neuseeland, das sich vor allem an den englischsprachigen Markt richtet. Auf Deutsch verkaufen kannst du damit trotzdem: Der Checkout, der Rechnungsbeleg und das Kundenportal lassen sich auf Deutsch stellen. Was du als deutscher Verkäufer zusätzlich brauchst, liegt eher bei Steuer, eRechnung und Datenschutz. Dieser Artikel geht die Punkte einzeln durch, jeweils mit der Quelle beim Anbieter.
| Thema | ThriveCart (Stand November 2026) |
|---|---|
| Checkout auf Deutsch | Ja, Deutsch ist eine von 10 eingebauten Sprachen |
| Rechnungen, Kundenportal, Mahn-E-Mails | Ja, über das Sprachprofil anpassbar |
| EU-Umsatzsteuer | Steuerberechnung nach Kundenstandort, USt-ID-Prüfung über VIES; bei aktivierter Steuererhebung 0,5 % (Standard) bzw. 0,35 % (Pro+) Bearbeitungsgebühr |
| Kleinunternehmer (§ 19 UStG) | Keine eigene Einstellung im Hilfe-Center beschrieben |
| eRechnung | UBL-XML-Download je Rechnung seit 1. September 2026 |
| Server | USA laut Datenschutzerklärung, Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar |
| Support | E-Mail, Live-Chat als kostenpflichtiges Add-on; deutschsprachigen Support nennt der Anbieter nicht |
Stand: November 2026. Quellen: support.thrivecart.com, thrivecart.com/blog und legal.thrivecart.com, einzeln verlinkt in den Abschnitten unten. Maßgeblich ist immer die aktuelle Angabe des Anbieters.
Checkout auf Deutsch
Die Sprache stellst du pro Produkt ein, im Tab Options. Deutsch ist eine von zehn eingebauten Sprachen, neben Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch, Dänisch, Niederländisch und Portugiesisch (Portugal und Brasilien). Für weitere Sprachen legst du ein eigenes Sprachprofil an.
Übersetzt wird dabei der Standardtext des Systems. Selbst übersetzen musst du laut Hilfe-Center:
- Produktnamen und Texte, die du im Checkout-Editor eingetragen hast
- die Namen deiner Preisoptionen
- die AGB-Checkbox, die standardmäßig englisch ist
- die Zahlungsfelder: Deren Sprache stellst du im Checkout-Editor über die Stripe-Spracheinstellung ein
Quelle: Setting your language (ThriveCart Helpdesk, aktualisiert am 3. Dezember 2025).
Rechnungen, Kundenportal und E-Mails
Mit einem eigenen Sprachprofil unter Settings › Custom Text & Translations passt du die kundenseitigen Texte an: Checkout, Rechnungsbeleg, Kundenportal und Mahn-E-Mails. Du kannst dabei vom vorhandenen deutschen Profil ausgehen und nur einzelne Formulierungen ändern. Im Kundenportal, dem Customer Hub, sehen deine Käufer ihre Rechnungen, verwalten Abos und aktualisieren ihre Zahlungsdaten selbst.
Quellen: Creating your own custom language translations, What is the Customer Hub?
MwSt und EU-Umsatzsteuer
ThriveCart berechnet die Umsatzsteuer nach Standort des Kunden und der Steuerkategorie des Produkts, auf Wunsch mit Bruttopreisen. Gibt ein Geschäftskunde aus einem anderen EU-Land seine USt-ID an, prüft ThriveCart sie über VIES und wendet das Reverse-Charge-Verfahren an. Ist die Steuererhebung aktiviert, fällt laut Anbieter eine Bearbeitungsgebühr an: 0,5 % im Standard- und 0,35 % im Pro+-Tarif. Bei deaktivierter Steuererhebung fällt sie nicht an.
Quellen: Enabling sales tax collection, EU VAT number validation, Simplified Sales Tax Compliance.
Bei Rabbit Checkout ist die MwSt-Berechnung nach Kundenstandort in beiden Plänen enthalten, ohne Gebühr pro Verkauf.
Kleinunternehmer nach § 19 UStG
Als Kleinunternehmer weist du keine Umsatzsteuer aus und brauchst stattdessen einen Hinweis auf der Rechnung. Eine eigene Einstellung dafür beschreibt das ThriveCart-Hilfe-Center nicht. Rabbit Checkout hat dafür einen Schalter: Er stellt die Steuerberechnung ab und setzt den Hinweis auf jede Rechnung.
eRechnung
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland eRechnungen empfangen können; die Pflicht, sie auch auszustellen, kommt für B2B-Rechnungen schrittweise bis 2028. ThriveCart bietet seit dem 1. September 2026 einen Download der Rechnung im UBL-XML-Format an, zusätzlich zum PDF: zuerst im Pro+-Tarif, im Standard-Tarif laut Anbieter in den Folgewochen, und nur mit Stripe Connect+ oder PayPal Enhanced. Die Datei lädst du je Rechnung herunter; einen Versand übernimmt ThriveCart nicht. XRechnung und ZUGFeRD nennt die Ankündigung nicht.
Quelle: Ankündigung vom 1. September 2026. Rabbit Checkout erzeugt zu jeder Rechnung automatisch eine XRechnung, ZUGFeRD-kompatibel, in beiden Plänen.
Widerrufsbutton
Für Online-Verträge mit Verbrauchern in der EU brauchst du eine Widerrufsfunktion. ThriveCart hat sie nachgerüstet; du richtest sie pro Produkt ein. Seit einem Update im August 2026 lassen sich auch deren Beschriftungen bearbeiten und übersetzen. Quelle: ThriveCart Platform Updates, August 2026. Bei Rabbit Checkout ist die Widerrufsseite für jeden Store automatisch angelegt.
Datenschutz: Server in den USA
Laut Datenschutzerklärung stehen die Server von ThriveCart in den USA. Für Checkout-Daten deiner Kunden arbeitet ThriveCart als Auftragsverarbeiter und bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag an. Als Händler in der EU schließt du diesen Vertrag ab und nennst die Übermittlung in ein Drittland in deiner Datenschutzerklärung. Quellen: Privacy Policy, Data Processing Addendum. Rabbit Checkout betreibt seine Infrastruktur in Europa.
Support
ThriveCart bietet Support per E-Mail; einen Live-Chat mit Mitarbeitern gibt es als kostenpflichtiges Add-on für 19 USD im Monat. Deutschsprachigen Support nennt der Anbieter nicht. Quelle: Live Chat Support. Bei Rabbit Checkout schreibst du direkt mit einem deutschsprachigen Team.
Was kostet ThriveCart?
Seit dem 15. Juli 2026 verkauft ThriveCart Monats- und Jahrestarife: Standard für 37 USD im Monat bei jährlicher Zahlung oder 47 USD monatlich, Pro+ für 67 USD bzw. 87 USD. Alle Tarife lassen sich 30 Tage testen. Die Lifetime-Lizenz gibt es laut Anbieter weiterhin, ihr Preis steht aber nicht mehr auf der Website; Bestandskunden behalten ihren Tarif. Quelle: ThriveCart Launches New Monthly Pricing, Stand November 2026. Die ausführliche Rechnung findest du im Artikel zu den ThriveCart Kosten.
Für wen passt ThriveCart, für wen eine deutsche Lösung?
ThriveCart passt gut, wenn du international und überwiegend englischsprachig verkaufst, den ausgereiften Funnel- und Checkout-Builder nutzen willst, die gewachsene Partner-Landschaft rund um ThriveCart brauchst oder das Tool vor dem Kauf 30 Tage testen möchtest. Wer schon eine Lifetime-Lizenz hat, behält sie.
Eine deutsche Lösung ist einfacher, wenn du hauptsächlich im deutschsprachigen Raum verkaufst und Kleinunternehmerregelung, XRechnung, Anbindung an sevDesk oder Lexware und deutschsprachigen Support ohne Zusatzaufwand haben willst. Genau dafür ist Rabbit Checkout gebaut: einmal zahlen, 0 % Transaktionsgebühr, Server in Europa. Den direkten Vergleich mit Quellen findest du auf der Seite ThriveCart Alternative.
Häufig gestellte Fragen
Alle Angaben zu ThriveCart stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen des Anbieters, Stand November 2026; maßgeblich ist immer die aktuelle Angabe des Anbieters. Zwischen Rabbit Checkout und ThriveCart besteht keine geschäftliche Verbindung. ThriveCart ist eine Marke ihres Inhabers und wird hier nur zur Beschreibung genannt. Ist etwas veraltet oder falsch? Sag uns Bescheid, wir korrigieren es.
Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information und weder Rechts- noch Steuerberatung. Ob und wie die genannten Vorgaben auf dein Angebot zutreffen, klärst du mit einer Anwältin oder einem Anwalt bzw. mit deiner Steuerberatung.
