Mehrwertsteuer
Die drei Steuermodi am Produkt, Länder-Überschreibungen, Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer und wie Reverse Charge bei Geschäftskunden greift.
Die Steuer wird pro Produkt eingestellt, nicht global. Das erlaubt unterschiedliche Sätze für unterschiedliche Leistungen, und dass ein einzelnes Produkt steuerfrei bleibt, während der Rest normal versteuert wird.
Du findest die Einstellung unter Store → Produkte → Produkt öffnen → Wie möchtest du die Umsatzsteuer berechnen?
Die drei Modi
| Modus | Verhalten | Wann |
|---|---|---|
| Keine Umsatzsteuer | Es wird nie Steuer ausgewiesen, Satz 0 %. | Kleinunternehmer nach § 19 UStG, steuerfreie Leistungen. |
| Umsatzsteuer manuell eingeben | Ein fester Satz für alle Käufer. | Du verkaufst nur im Inland oder willst bewusst einen Satz. |
| Umsatzsteuer automatisch berechnen | Der Satz richtet sich nach dem Land des Käufers. | Du verkaufst digital in mehrere Länder. |
Fester Satz
„Umsatzsteuer manuell eingeben" plus Steuersatz (%), z. B. 19. Damit zahlen alle Käufer denselben Satz, egal woher sie kommen.
Das ist die richtige Wahl, solange du im Wesentlichen im Inland verkaufst.
Automatische Berechnung
Der Satz ergibt sich aus dem Land deines Shops (aus Einstellungen → Adresse) und der Rechnungsadresse des Käufers. In den USA, Kanada und Australien wird zusätzlich das Bundesland berücksichtigt.
Länder-Überschreibungen
Unterhalb der Steuereinstellung kannst du Länder-Steuerüberschreibungen anlegen: Land plus abweichender Satz. Diese Überschreibung gewinnt gegen die automatische Berechnung, für genau dieses Land.
Nützlich, wenn für deine Leistung in einem Land ein ermäßigter Satz gilt, den die automatische Ermittlung nicht kennt.
Die Reihenfolge der Prüfung bei „automatisch berechnen":
- Gibt es eine Überschreibung für das Land des Käufers? → dieser Satz.
- Sonst: automatisch ermittelter Satz nach Shop- und Käuferland.
- Kein Land in der Rechnungsadresse oder keine Shop-Adresse → 0 %.
Netto oder Brutto
Ob dein eingetragener Preis die Steuer schon enthält, legst du einmal für den ganzen Shop fest: Einstellungen → Allgemein → Produktpreise werden angegeben, mit enthaltener Steuer (Brutto) oder ohne Steuer (Netto).
Das ist eine grundlegende Entscheidung mit Folgen für die Preisdarstellung im Checkout → Preise, Netto und Brutto.
Reverse Charge für Geschäftskunden
Verkaufst du an Unternehmen im EU-Ausland, kann die Steuerschuld auf den Käufer übergehen. Rabbit Checkout unterstützt das:
- Auf der Checkout-Seite muss die Option Firmenfelder anzeigen (Firma + USt-IdNr.) aktiv sein, damit Käufer ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eingeben können.
- Gibt ein Käufer eine USt-IdNr. an, wird sie gegen das VIES-Register der EU geprüft.
- Ist die Nummer bestätigt und handelt es sich um einen grenzüberschreitenden EU-Verkauf, wird ohne Umsatzsteuer fakturiert.
- Die Rechnung trägt den Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (Reverse charge)".
Reverse Charge greift nicht im Inland und nicht bei Privatkunden, beides richtig so.
Kleinunternehmer
Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG stellst du an jedem Produkt Keine Umsatzsteuer ein. Auf der Rechnung erscheint dann keine Steuerzeile.
Hast du zusätzlich eine Buchhaltungs-Integration eingerichtet, aktiviere dort ebenfalls die Kleinunternehmerregelung, sonst legt die Buchhaltung die Rechnungen mit Steuer an → sevDesk und Lexware anbinden.
Den passenden Hinweistext auf der Rechnung („Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet") trägst du als Fußtext in den Rechnungseinstellungen ein.
Steuer prüfen, bevor du live gehst
Der schnellste Weg ist ein Testkauf mit der Adresse, die deine typischen Kunden haben: Steht auf der Testrechnung der erwartete Satz, stimmt die Einstellung. Wenn du ins Ausland verkaufst, lohnt ein zweiter Testkauf mit einer Adresse dort.
Häufige Fragen
Im Produkt unter „Wie möchtest du die Umsatzsteuer berechnen?“ die Option „Umsatzsteuer manuell eingeben“ wählen und 19 eintragen. Der Satz gilt dann für alle Käufer, unabhängig vom Land.
Am Produkt „Keine Umsatzsteuer“ einstellen. Dann wird keine Steuer ausgewiesen. Wenn du zusätzlich sevDesk oder Lexware angebunden hast, aktiviere dort ebenfalls die Kleinunternehmerregelung.
Ja, mit der Einstellung „Umsatzsteuer automatisch berechnen“. Der Satz richtet sich dann nach der Rechnungsadresse des Käufers, ausgehend vom Land deines Shops.
Gibt ein Käufer aus einem anderen EU-Land eine USt-IdNr. an, wird sie über VIES geprüft. Bestätigt die Prüfung die Nummer, wird ohne Umsatzsteuer fakturiert und die Rechnung weist den Reverse-Charge-Hinweis aus.
Häufige Gründe: Am Produkt steht „Keine Umsatzsteuer“, in den Shop-Einstellungen fehlt die Adresse deines Unternehmens, oder es wurde keine Rechnungsadresse mit Land erfasst. Ohne diese Angaben kann kein Satz ermittelt werden und es wird 0 % angesetzt.
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