Netto oder Brutto
Warum die Entscheidung für den ganzen Shop gilt, was sie für deine Kunden ändert und in welcher Reihenfolge Gutschein, Steuer und Reverse Charge verrechnet werden.
Rabbit Checkout kennt zwei Preisverständnisse. Die Entscheidung fällt einmal für den ganzen Shop unter Einstellungen → Allgemein → Produktpreise werden angegeben:
| Einstellung | Der eingetragene Preis ist … | Der Kunde zahlt |
|---|---|---|
| Brutto („mit enthaltener Steuer") | der Endpreis inklusive Steuer | immer denselben Betrag |
| Netto („ohne Steuer") | der Preis ohne Steuer | Preis plus die für ihn geltende Steuer |
Es gibt keine Einstellung pro Produkt. Alle Preisoptionen in deinem Shop werden gleich verstanden.
Was das praktisch bedeutet
Brutto, 119 € eingetragen, 19 % Steuer. Der Kunde sieht 119 € und zahlt 119 €. Auf der Rechnung stehen 100 € netto und 19 € Steuer.
Netto, 100 € eingetragen, 19 % Steuer. Der Kunde sieht 100 € plus Steuer und zahlt 119 €. Ein Kunde in einem Land mit 21 % zahlt 121 €.
Der entscheidende Unterschied liegt bei Auslandsverkäufen: Bei Brutto bleibt dein Endpreis stabil und deine Marge schwankt mit dem Steuersatz. Bei Netto bleibt deine Marge stabil und der Endpreis schwankt.
Welche Einstellung passt
Brutto ist für die meisten der richtige Weg. Wer an Privatkunden verkauft, muss in Deutschland ohnehin den Gesamtpreis nennen; runde Endpreise (49 €, 199 €) sind einfacher zu kommunizieren.
Netto passt, wenn du überwiegend an Unternehmen verkaufst. Geschäftskunden denken in Nettopreisen, und die Steuer ist für sie ein durchlaufender Posten.
Die Rechenreihenfolge
Für jede Position einer Bestellung wird der Reihe nach gerechnet:
- Grundbetrag = Preis × Menge.
- Rabatt aus dem Gutschein abziehen.
- Steuer auf den rabattierten Betrag, je nach Einstellung herausgerechnet (Brutto) oder aufgeschlagen (Netto).
- Reverse Charge, falls anwendbar: Die Steuer entfällt, der Nettobetrag bleibt stehen.
Ein Beispiel mit 20 % Gutschein bei Brutto und 19 % Steuer:
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Preis | 119,00 € |
| − 20 % Rabatt | 95,20 € |
| davon Steuer (19 % herausgerechnet) | 15,20 € |
| Nettoumsatz | 80,00 € |
| Zu zahlen | 95,20 € |
Der Rabatt wirkt also auch auf den Steueranteil: Der Kunde spart die vollen 20 % auf den Endpreis.
Reverse Charge
Bestätigt ein Geschäftskunde aus dem EU-Ausland eine gültige USt-IdNr., entfällt die Steuer. Wichtig für das Verständnis der Zahlen:
- Bei Netto ist das unauffällig: Der Kunde zahlt den Nettopreis.
- Bei Brutto wird der Steueranteil aus dem Bruttopreis herausgerechnet und der Kunde zahlt den verbleibenden Nettobetrag. Aus 119 € werden 100 €.
Wenn du überwiegend B2B verkaufst und deine Marge nicht schwanken lassen willst, ist das ein Argument für Netto.
Details unter Mehrwertsteuer einstellen.
Rundung
Gerechnet und gerundet wird pro Position, nicht erst auf die Gesamtsumme. Bei mehreren Positionen kann die Summe der gerundeten Beträge deshalb um Cent von einer Gesamtrechnung abweichen, das ist das übliche Verhalten und buchhalterisch korrekt.
Was der Kunde sieht
Die Aufschlüsselung im Checkout (Zwischensumme, Rabatt, Steuer, Gesamt) richtet sich automatisch nach deiner Einstellung. Bei Netto-Preisen wird der Steueraufschlag ausgewiesen, bei Brutto-Preisen die enthaltene Steuer.
Häufige Fragen
Bei Brutto ist der eingetragene Preis der Endpreis, alle Kunden zahlen dasselbe, die Steuer ist herausgerechnet. Bei Netto kommt die Steuer auf den eingetragenen Preis obendrauf, der Endbetrag hängt also vom Land des Kunden ab.
Einstellungen → Allgemein → „Produktpreise werden angegeben“. Die Einstellung gilt für den ganzen Shop und alle Produkte, nicht pro Produkt.
Der Rabatt wird auf die Position angewendet, die Steuer danach auf den rabattierten Betrag berechnet. Der Kunde spart also auch den Steueranteil des Rabatts.
Brutto. Privatkunden erwarten einen Endpreis, und im deutschen Verbrauchergeschäft ist die Angabe des Gesamtpreises Pflicht.
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